INDEX
Teil I
Teil II
Teil III
Organisationen
Yanomami

Die Wächter der Wälder
"Unsere Zukunft ist eure Zukunft"

Eine Unterrichtseinheit über indigene Völker, Klimabündnis und wir, Mai 2000

Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol
Landesamt für Luft und Lärm, Autonome Provinz Bozen
Pädagogisches Institut Bozen

INHALT

Teil III
Eingedämmte Umwelt | Staudämme gegen die Wächter der Erde | Flüsse wieder renaturieren | Adivasi - indische Stammesvölker | Der Überlebenskampf der Adivasi | Staudämme am Narmada-Fluss | Indiens größtes Staudamm-Projekt | IWF und Weltbank | Die Richtlinie OD 4.20 | Lieber ertrinken als weggehen | Adivasi gegen den Staudamm | Neue Hoffnung auf Selbstbestimmung |
Die Organisationen
Menschenrechte - Handeln tut not

obenEingedämmte Umwelt

Dammbauten, besonders Superdämme, können die ganze Ökologie einer Region verändern. Natürliche Ressourcen verschwinden unter Wasser, auch Jagdgründe und Ackerland, während Erdrutsche Flutwellen und weitreichende Überschwemmungen verursachen können.
a) Das Wasser im Staubecken kann durch Schwefelwasserstoff, der von faulenden Pflanzen ausgeschieden wird, und durch dioxinhaltige, zur Vernichtung der Vegetation eingesetzte Pflanzengifte verseucht werden.
b) Hinter der Staumauer abgelagerter Schlamm hemmt die Bewegungsfreiheit der Fische und verkürzt die Lebensdauer des Dammes.
c) Da die Technologie großer Dammbauten noch in den Kinderschuhen steckt, bleibt die Dammbruchgefahr bestehen, während zusätzliche Versalzung und ausbleibende Schlammdüngung die Böden flußabwärts erschöpft.
d) Der Damm, die lnfrastruktur und die Ansiedler lassen den Eingeborenen wenig Land übrig

aus: GfbV-Unterrichtseinheit "Wir leben im Schoß des Waldes - der Kampf der Adivasi am Narmada-Fluß in Indien"



obenStaudämme gegen die Wächter der Erde

In den Entwicklungsländern, wo Wasserkraft heute mehr als 40 Prozent des Stroms liefert, erscheinen Staudämme als Schlüssel zur wirtschaftlichen Entwicklung. Sie bieten eine unerschöpfliche Energiequelle für Großstädte und Industrie, beruhend auf natürlichen Ressourcen und einer Technologie, die scheinbar weniger schädlich ist als Atom- oder Kohlekraftwerke. Und als Nebenprodukte fallen eine gesicherte Trinkwasserversorgung und ein Ausbau der Bewässerung ab.
Doch für die Eingeborenen kann der Preis verheerend sein. Dammbauten machen Tausende, manchmal Hunderttausende heimatlos, sie überfluten heilige Stätten, vernichten Dörfer und überschwemmen fruchtbare Böden und Wälder.
Dammbauten verursachen weitere Folgekosten, die gegen die Vorteile ins Gewicht fallen. Sie verringern die Anschwemmung nährstoffreichen Schlamms und machen weite Gebiete unfruchtbar. Sie schaffen Stauseen, wo die Vegetation fault und giftige Schwefelwasserstoffe emittiert. Sie stören die Ökosysteme der Gewässer und verringern die Fauna und Flora der Flüsse. Sie blockieren die jahreszeitlichen Fischwanderungen flußauf und hinterlassen künstliche Brackwasserseen, die oft zur Brutstätte von Krankheiten wie Malaria und Blutegelfieber werden.
Neue Straßen verlangen noch mehr Waldrodung, und herangeholte Bauarbeiter schleppen Krankheiten ein und setzen einen Prozeß der sozialen Auflösung in Gang. Häufig werden die Eingeborenen von den Plänen, die der Staat mit ihnen hat, gar nicht in Kenntnis gesetzt. Vom Kurku-Damm in Bihar (lndien) erfuhren die Menschen dort erst, als die Baracken für die Arbeiter aufgestellt wurden und die Landvermesser mit der Meßlatte ihre Felder abzuschreiten begannen. Auch werden sie meist nicht für ihre Verluste entschädigt.
Außerdem nützen Dammbauten letztlich nur einem kleinen Segment der Bevölkerung, meistens der Industrie und den Bewohnern ferner Städte - auf Kosten der Mehrheit vor Ort. Und obgleich Superdämme billigen Strom für die Entwicklung des Landes versprechen, erweisen sie sich langfristig als teure Unternehmung. Nur wenige Dämme halten so lange wie erwartet, da Stauseen versanden und Turbinen durch Vegetation blockiert werden. Große Summen sind aufzuwenden, um unvorhergesehene Überschwemmungen, um Versalzung und Dammbrüche abzuwenden. In lndien ist fast ein Viertel des künstlich bewässerten Landes durch Versumpfung oder Versalzung vernichtet.

Aus: "Die Wächter der Erde" von Julian Burger



obenFlüsse wieder renaturieren
Institut verweist auf Folgen durch Begradigung und Dämme

Eine grundsätzliche Umorientierung der Gewässerpolitik hat das US-amerikanische Worldwatch Institute gefordert. Flußbegradigungen und Staudämme hätten weltweit nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich negative Auswirkungen, so die Umweltforscher in ihrer Studie. Seit 1950 sind nach Angaben des Instituts weltweit mehr als 30 000 große Staudämme gebaut worden, die höher sind als 15 Meter.
Derzeit vollziehe sich in Süßwasserökosystemen ein noch nie dagewesenes Artensterben. Weltweit seien 20 Prozent der 9000 Fischarten ausgestorben oder bedroht, in Europa und Nordamerika 40 Prozent. Der Verlust sei auf Verschmutzung der Gewässer und auf Baumaßnahmen zurückzuführen. In vielen Flüssen sei die Fischwirtschaft zum Erliegen gekommen, so im Columbia- River im Nordwesten der USA.
Auch im Missouri und im Rhein sei das Fischereiwesen stark beeinträchtigt. Flußbegradigungen, Dämme, Zubetonieren der Uferlandschaften und Entwaldung seien für Überschwemmungen verantwortlich, so Worldwatch. Paradebeispiel sei der Rhein. In Deutschland habe das letzte Hochwasser Schäden im Wert von 1,6 Milliarden Mark angerichtet. Die immer häufiger auftretenden Rheinüberschwemmungen seien das Resultat der praktizierten Baupolitik, die den Strom um 100 km verkürzt habe. Der Fluß fließe über weite Strecken zwischen Beton, ein Schleusen- und Dammsystem habe ihn zur Schiffschnellstraße umfunktioniert. Auch das Hochwasser am Missouri und Mississippi von 1993, die größte Überschwemmung der US-Geschichte, sei darauf zurückzuführen.
Janet Abramowitz, Autorin der Studie, bedauerte, daß die Dritte Welt nichts von den Fehlern Europas und der USA lerne. So seien derzeit am südostasiatischen Mekong, den südamerikanischen Paraguay- und Parana-Flüssen und in China verheerende Dammprojekte im Bau- oder Planungsstadium. Auf Dauer wäre es das Beste, wenn die natürlichen Süßwasserökosysteme erbalten blieben. Vielerorts wäre es möglich, Flüsse zu ihren natürlichen Wegen zurückkehren zu lassen.

Aus: GfbV-Unterrichtseinheit "Wir leben im Schoß des Waldes - Der Kampf der Adivasi am Narmada-Fluß in Indien"



obenAdivasi - indische Stammesvölker
Das Hindi-Wort Adivasi bedeutet ,,die ersten Bewohner". Es wird wohlwollend als Sammelbegriff für alle Stammesangehörigen gebraucht. Niemand weiß genau, warum die "arischen" Hirtenstämme ihre zentralasiatische Heimat verließen. Als sie aber in mehreren Wellen im Zeitraum von 1.500 bis 500 v. Chr. die nordindischen Flußebenen erreichten, erlebte ihre Kultur einen grandiosen Entwicklungssprung. Die hellhäutigen Nomaden wurden zu seßhaften Bauern. Sie institutionalisierten mit dem Kastensystem die Versklavung der Urbevölkerung. Jene dunkelhäutigen Ureinwohner, die in den Dienst der neuen Herrn traten und von ihnen beherrscht wurden, blieben und bleiben als sogenannte Unberührbare von der Gesellschaft ausgeschlossen.
Die ursprünglichen Bewohner des indischen Subkontinents, verschiedene Stämme, lebten bis dahin unbehelligt als Jäger und Sammler oder auch Wanderfeldbauern in den Wäldern, die damals den gesamten Kontinent bedeckten. Einige Volksgruppen gerieten in die Abhängigkeit der "arischen" Eroberer, andere dagegen zogen sich in unwegsame Gebiete zurück, um ihre Autonomie zu wahren. Der Rückzugsprozeß der indischen Stammesbevölkerung ist erst im 20. Jahrhundert zum Stillstand gekommen, weil es fast keine Wildnis mehr gibt.

Wirtschaftsformen und Lebensarten
Die Volkszählung des Jahres 1971 hat 255 verschiedene Stammesvölker registriert. Heute leben Adivasi in jeder Region lndiens, auch in den Großstädten. lhre Siedlungsschwerpunkte aber liegen in den Bergregionen. In den Vorbergen des Himalaya-Massivs und im Grenzgebiet zu Birma leben hauptsächlich mongolide Stämme. Das ausgedehnte Hügelgebiet Chota Nagpur (Jharkhand) westlich von Kalkutta ist die Heimat der Munda-Stämme und vieler dravidischer Völker.
Die Adivasi nutzen ökonomische und biologische Nischen, die von den wirtschaftlich stärkeren Bevölkerungsgruppen als unprofitabel betrachtet werden. Die Wirtschaft der Stammesangehörigen ist stets auf Selbstversorgung (Subsistenz) orientiert.

Jäger und Sammler
Die älteste Wirtschaftsform der Menschheit hat in einigen südindischen Dschungelnklaven bis heute überlebt. Die Adivasi sind geschickte Fallensteller und Fischer. Die fortschreitende Zerstörung der Wälder zwingt sie heute jedoch, Waldprodukte wie Honig, Wachs, Ölsamen und Brennholz gegen Nahrungsmittel einzutauschen.

Wanderfeldbauern
In entlegenen Berggebieten mit nährstoffarmen Böden ist der Brandrodungsfeldbau die einzig mögliche Form der Überlebens. Wenn der Boden nach zwei bis drei Ernten ausgelaugt ist, muß ein neues Waldstück gerodet und abgebrannt werden, muß zuweilen sogar das ganze Dorf umziehen. Normalerweise kehrt die Dorfgemeinschaft erst nach 20 oder 30 Jahren zu den früheren Feldern zurück, wo sich der Wald inzwischen wieder regeneriert hat. Weil Industrie und Landwirtschaft immer mehr Wald verbrauchen, wird vielerorts eine Verkürzung der Brachezeit notwendig, die eine Regeneration des Pflanzenwuchses verhindert. Die meisten Unionsstaaten stellen das Brandroden unter Strafe. Obwohl ursprünglich fast alle indischen Stammesvölker Wanderfeldbauern waren, praktizieren heute nur noch die Naga, Garo, Miri und andere Stämme im Nordosten sowie die Madia-Gond und andere kleine Gruppen in den Bergen an der Ostküste den Wanderfeldbau.

Kleinbauern
Die Mehrzahl der Adivasi hat sich der bäuerlichen Hindubevölkerung angepaßt. Als seßhafte Bauern sind sie es inzwischen gewohnt, mit Pflug und Ochsen die Felder zu bestellen. Viele dieser Kleinbauern haben allerdings in der jüngsten Vergangenheit ihr Land an Nicht-Adivasi verloren und versuchen, als Landarbeiter ein Auskommen zu finden.

Nomaden
Viele Händler- und Hirtengemeinschaften sind als Stammesvölker organisiert. Die Hirtenvölker folgen ihren Herden von der Sommer- zur Winterweide. Auch die indischen Lambadi und Banjara, die mit den europäischen Sinti und Roma verwandt sind, betrieben ursprünglich Salzhandel. Heute ziehen sie als Musiker und Gaukler, zunehmend auch als Wanderarbeiter, durchs Land.

Fischer
Etwa die Hälfte der sieben Millionen traditionellen Fischer an lndiens Meeresküsten und Flüssen leben in Stammesverbänden. Mit kleinen Holzbooten und uralten Fangmethoden betreiben sie seit Jahrhunderten eine Ressourcen schonende Fischereiwirtschaft. Die Fangergebnisse sind jedoch durch die Wasserverschmutzung und die Konkurrenz der motorisierten Trawlerflotten stark rückläufig.

Kulis
Diejenigen Stammesangehörigen, die durch die wirtschaftliche Entwicklung ihre ursprüngliche Existenzgrundlage verloren haben, müssen sich mit neuen Lebensformen vertraut machen. Viele sind in die Slums der Städte abgewandert. Statt Wurzeln und Beeren im Wald sammeln sie heute Papierfetzen und Plastikreste von den Straßen auf. In ihrer Not verpflichten sich viele Adivasi einem Vertragsunternehmer, der sie als Tagelöhner auf Baustellen einsetzt. Millionen von Adivasi arbeiten außerdem in den Teeplantagen von Assam und Darjeeling.

Aus: "Selbst die Götter haben sie uns geraubt" von Rainer Hörig.



obenDer Überlebenskampf der Adivasi

Die 60 Millionen in Indien lebenden Adivasi machen sieben bis acht Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes aus, knapp 20 Prozent der Landesfläche werden vorwiegend von ihnen bewohnt. 414 Hauptstämme und eine größere Anzahl von Unterstämmen sind als "Registrierte Stämme" staatlich erfaßt. Die Absicht des indischen Staates, die Adivasi mit der Mehrheitsgesellschaft zu verschmelzen, heißt im Grunde nichts anderes als die Verdrängung der Adivasi. Legitimiert wird das als Preis für den Fortschritt der Nation - ein Preis, den die Adivasi zahlen müssen. So werden sie aus ihren Wäldern und von ihrem Land vertrieben.

Der Wald und die Menschen
Der Wald war für die Adivasi mehr als nur ihr Lebensraum, er war ihre Heimat, ja ihre Religion. Sie verstanden den Wald als eine physische Erweiterung ihrer selbst. Der indische Waldbestand, der 1971/72 noch 23 Prozent der Landesfläche ausmachte, war 1980 auf 17 Prozent zurückgegangen und beträgt heute nicht mehr als 9 Prozent mit einer jährlichen Entwaldungsquote von 1,5 Millionen Hektar. In wenigen Jahren wird es in lndien keine Wälder mehr geben. Damit wäre im Namen des nationalen Fortschritts die Lebensgrundlage der Adivasi zerstört.
Die wissenschaftliche Verwaltung der Waldressourcen war das Ziel der offiziellen Forstpolitik von 1855, worauf die Einrichtung eines Imperial Forest Department (Reichsforstbehörde) folgte. Ein 1864 von der Regierung erlassenes Forstgesetz ermächtigte die britische Kolonialregierung dazu, jedes mit Bäumen, Unterholz oder Dschungel bedeckte Stück Land durch einfache Verfügung zu Staatswald zu erklären und Verstöße gegen diesen betreffende Bestimmungen unter Strafe zu stellen. Hierauf kam es zu Aufständen der Adivasi. Der ,,Bombay Forest Commission Report von 1887 zeigte die Tragödie auf und verurteilte das Vorgehen von Forstbehörde und Regierung.
lm ganzen Land rebellierten die Adivasi-Gemeinschaften. lnzwischen war der Kampf gegen die britische Kolonialherrschaft ins Rollen gekommen. Die indische Kongresspartei INC, die den Kampf für die Unabhängigkeit lndiens anführte, widersetzte sich der britischen Forstpolitik und setzte sich für die Rechte der Adivasi an den Wäldern ein. Dies war ein Teil ihrer Strategie mit dem Ziel, die verschiedenen autonomen Kräfte der Adivasi, die damals entstanden waren, für den Unabhängigkeitskampf einzuspannen. Doch nach Erreichen der Unabhängigkeit wurde just diese britische Forstpolitik nahtlos vom neuen indischen Staat übernommen, nur daß sie jetzt an Stelle der britischen den "nationalen lnteressen" dienen sollte. 1952 formulierte die indische Regierung ihre Forstpolitik ganz im Einklang mit derjenigen, die die Briten seit 1894 verfolgt hatten. Hierdurch wurden die Rechte der Menschen an den von ihnen bewohnten Wäldern beschnitten.
1976 sprach sich die Nationale Landwirtschaftskommission für eine weitere drastische Einschränkung der Rechte der Menschen aus, indem sie viel Mühe darauf verwandte, für die Zerstörung der Wälder ausgerechnet die Adivasi verantwortlich zu machen und empfahl, noch strengere Gesetze für die Durchsetzung der Forstpolitik zu erlassen. Auf dieser Grundlage wurde 1980 ein Entwurf für ein neues Forstgesetz vorgelegt, das harte Strafen für die Verletzung von Vorschriften vorsah und der Forstbehörde nahezu richterliche Befugnisse gab. Weitreichende Proteste von Adivasi, Adivasi-Unterstützern und Menschenrechtsaktivisten konnten diese Pläne jedoch zu Fall bringen. Schließlich erließ die indische Regierung im Oktober 1980 eine Waldschutzverordnung, die es den einzelnen Bundesstaaten untersagt, ohne vorherige Zustimmung der Bundesregierung die Benutzung der Wälder für andere Zwecke zu erlauben. Obwohl die neue nationale Forstpolitik die symbiotische Beziehung der Adivasi zu ihrem Wald anerkennt, sieht sie weder die wichtige Rolle, die diese als Bestandteil des Waldökosystems spielen noch die Rechte, die ein derartiges Verhältnis mit sich bringt. Die Adivasi gehören zum Wald. Aber der Wald gehört nicht den Adivasi.

Die Adivasi und ihr Land
Die Waldbewohner sind die einzigen Menschen in lndien, die praktisch keine Eigentumsrechte haben, da sie den Forstgesetzen unterstehen. Dabei widersprechen diese der indischen Verfassung, denn sie verstoßen gegen eines der Grundrechte der Menschen - das in Artikel 21 der Verfassung verankerte Recht auf Leben.
Ein Bericht der,,Nationalen Kommission zur Entwicklung rückständiger Gebiete" über die Lage in den Stammesgebieten wies 1981 deutlich darauf hin, daß der Landraub an den Adivasi weiterginge. Dabei wurden u.a. folgende Methoden angewendet: Übertragung von Adivasi-Land auf Nicht-Adivasi auf dem Wege der Verpachtung oder der hypothekarischen Belastung; Landkauf durch Nicht-Adivasi, welche das Land unter dem Namen von Adivasi-Frauen registrieren lassen, die sie als Mätressen halten; Verleihen von Namen von Adivasi an Nicht-Adivasi gegen finanzielle Vorteile, vorgetäuschte Adoption von Nicht-Adivasi durch Adivasi-Familien unter der Beteiligung von Dorfbeamten; Landerwerb durch den Staat für sogenannte Entwicklungsprojekte (unter dem Landerwerbsgesetz von 1894 u.a. wurden 300 verschiedene große, größere und mittelgroße Staudämme in den dichten Urwäldern gebaut, was zur Überflutung von Land und der Vertreibung von Adivasi führte). Bergbau und andere lndustrien, Naturreservate usw. haben weiter zur staatlich geförderten Vertreibung beigetragen.
Nachdem sie erkannt hatten, daß Landraub Destabilisierung bedeutet, erließen viele Staaten Gesetze mit dem Ziel, den Adivasi auf legale Weise das ihnen geraubte Land wieder zurückzugeben. Nun ist es an den Adivasi, die Umsetzung der von den Regierungen verschiedener Bundesstaaten verabschiedeten Gesetze einzufordern, denn den Regierungen selbst dürfte aus zweierlei Gründen nicht daran gelegen sein. Erstens sind die Adivasi in den von ihnen bewohnten Gebieten zur Minderheit geworden. Daneben fehlt ihnen noch die Organisation mit politischem Durchsetzungsvermögen. Zweitens spielt der Ressourcenreichtum der Adivasigebiete weiterhin eine wichtige Rolle für den Staat und den Markt, und eine Stärkung der Adivasi durch Rückgabe ihres Landes würde, so die Befürchtungen, angesichts ihres wachsenden politischen Selbstbewußtseins der Plünderung der Ressourcen im Wege stehen.

Aus: Jai Adibasi. A Political Reader on the Life and Struggle of Indigenous Peoples in India von Sarini



obenStaudämme am Narmada-Fluss

,,Wir bauen ein Monument an der Narmada, um den hart arbeitenden Bauern die seltene Freude einer reichen Ernte zu bescheren. Das Sardar-Sarovar-Projekt wird das Gesicht Gujarats verändern." Mit Anzeigen wie diesem, die im März 1989 in vielen Tageszeitungen erschienen, versucht die Regierung von Gujarat das Volk von den Vorteilen des Narmada-Staudammes zu überzeugen. Nicht nur Strom für neue lndustrieansiedlungen, auch dringend benötigtes Wasser für Landwirte und deren Dörfer soll der Staudamm liefern. Die 100.000 Kleinbauern und Pächter, in der Mehrzahl Adivasi, die dem Stausee weichen sollen, führen jedoch andere Argumente ins Feld: die Zerstörung kostbarer Ackerflächen und Waldbestände, die Entwurzelung und Verelendung tausender Familien, die umweltschädlichen Folgen einer auf künstlicher Bewässerung und Pestizideinsatz beruhenden kapitalintensiven Agrarwirtschaft.
In den letzten Jahren ist das Staudammmprojekt im Narmadatal, das insgesamt 30 Großstaudämme, 135 mittlere und 3000 kleine Dämme umfassen soll, zu dem am heftigsten umstrittenen Entwicklungsprojekt Indiens avanciert. Die Auseinandersetzung wird mit friedlichen Protesten, Gerichtseingaben und Resolutionen auf der einen sowie Pressekampagnen, Verhaftungen und Einschüchterungsversuchen auf der anderen, der Regierungsseite, geführt.
Auch in lndien ist das in den fünfziger und sechziger Jahren euphorisch gefeierte Entwicklungskonzept der großtechnischen Projekte in Verruf geraten. Sind die kostspieligen und von ausländischer Hilfe abhängigen Großanlagen wirklich für die Entwicklung des Landes unabdingbar, wie Regierungssprecher immer wieder betonen? Der Journalist Sarosh Bana, der sich in der Bürgerinitiative ,,People's Forum for Water Utilisation" mit Fragen des Wassermanagements beschäftigt, ist anderer Meinung: Natürlich gibt es Alternativen zu Großstaudämmen. Man kann zum Beispiel kleinere Bachläufe aufstauen und Bewässerungsteiche in den Dörfern anlegen, um die Felder zu bewässern und Trinkwasser zu speichern. Der Baliraja-Damm etwa, der vor kurzem im Distrikt Sangli im Süden des Unionsstaates Maharashtra von Dorfbewohnern in freiwilliger Zusammenarbeit erreicht wurde, befriedigt die Bedürfnisse der Landbevölkerung, nicht den Strombedarf irgendwelcher lndustrien oder weit entfernter Großstädte. Es hat sich herausgestellt, daß diese den Gegebenheiten vor Ort angepaßte Technik die vorhandenen Ressourcen sehr effektiv ausnutzt, ohne jedoch Umsiedlungen nötig zu machen oder verheerende Umweltzerstörungen anzurichten.

Aus: "Selbst die Götter haben sie uns geraubt" von Rainer Hörig.



obenIndiens größtes Staudamm-Projekt
Die Haltung der Regierung

lndien gehört heute zu den Ländern mit den meisten großen Staudämmen und den größten Bewässerungsflächen. Dammbauten und Bewässerung haben eine jahrtausendealte Tradition in einigen Teilen des Landes. Die geregelte Nutzung von Wasser war eine der wesentlichen Vorbedingungen für das frühe Entstehen von Hochkulturen auf dem indischen Subkontinent. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt das Prinzip des geringstmöglichen Eingriffs in die Natur, jedoch durch die gesteigerten Bevölkerungswachstumsraten seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Akzent mehr und mehr von der ,,Arbeit im Einklang mit der Natur" hin zur ,,Beherrschung der Natur" verschoben. Indiens langjähriger Ministerpräsident Nehru bezeichnete die neuen Staudämme als die ,,Tempel des modernen lndiens".
Die Narmada ist mit ihren 1.312 Kilometern der zweitlängste Fluß lndiens, gemessen an ihrer jährlichen Wassermenge ist sie der siebtgrößte Fluß dieses Landes. Bis vor wenigen Jahren floß ihr Wasser fast ungenutzt ins Meer ab und hat während der Monsunperiode schon folgenschwere Überschwemmungen verursacht. Die Niederschläge in diesem Teil lndiens fallen zu über 90 Prozent in den vier Monaten von Juni bis September. Dazu kommt, daß im westlichen Teil der Narmada (im Grenzgebiet zu Rajasthan) die jährliche Niederschlagsmenge derart niedrig ist, daß selbst in guten Jahren die Ernte der Monsunfrucht ohne Bewässerung höchst fragwürdig ist.
Einige der großen Dämme des Narmada-Projektes sollen zudem zur Erzeugung von Strom dienen (Gesamtkapazität von mindestens 2.700 MW). Diese Energie soll nicht nur neuen lndustrien zugute kommen, sondern auch der ländlichen Entwicklung (Elektropumpen, Beleuchtung). Doch die bisherige Erfahrung zeigt starke regionale Disparitäten bei der Stromvergabe- Strom für Bewässerung hat Vorrang vor häuslichem Verbrauch. Dies bedeutet für die Umsiedler mit ihren kleinen Feldern von maximal 1,6 Hektar, daß sie keine Elektrizität für ihre Dörfer im Hügelland erhalten, während aller Strom für die Landwirtschaft in das Bewässerungsgebiet der Ebene fließt.

Wirtschaftliche und ökologische Gegenargumente
Als Kriterium für die Genehmigung großer Projekte gilt ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,5 : 1. Oft jedoch wird diese Relation zugunsten der Fortführung einmal begonnener Projekte manipuliert. Z.B. erhöhten sich die geschätzten Gesamtkosten für das Narmada-Sagar-Projekt zwischen 1982 und 1986 von 4,2 Milliarden Rupees auf 13,9 Milliarden Rupees. Um das Projekt weiterverfolgen zu können, wurde die geplante Anbauintensität im Bewässerungsgebiet von 128 Prozent auf utopische 188 Prozent erhöht.
Durch den durch das Staudammprojekt entstandenen Wandel der Anbaustruktur von ,,food crops" (auf Selbstversogung ausgerichteter Anbau) zu vermehrtem Anbau von 15 "cash-crops" (auf die Bedürfnisse des Weltmarktes ausgerichteter Anbau, in der Regel verbunden mit der Entstehung riesiger Monokulturen) entstanden die bereits bekannten erheblichen Einkommensdisparitäten. In der Monsunperiode werden heute hauptsächlich Sojabohnen angebaut, neben Reis die einzige Pflanze, die die hohe Bodenfeuchtigkeit noch relativ gut ertragen kann. Die Verarbeitung und Nutzung von Sojabohnen ist aber für den Kleinbauern unmöglich; sie erfolgt in größeren, neu geschaffenen lndustriebetrieben. Während die meisten Bauern vor ihrer Umsiedlung fast ganzjährig in der Landwirtschaft beschäftigt waren, ist dies an den Umsiedlerorten nicht mehr möglich. Trotz vorübergehender und zahlenmäßig begrenzter Beschäftigungsmöglichkeiten im Wald und beim Straßenbau sowie in den neugeschaffenen Milch- und Fischereikooperativen hat sich die Tendenz zur saisonalen Arbeitsmigration in die Küstenebene erheblich verstärkt. Dort ist durch die Schaffung größerer Monokulturen im Bewässerungsgebiet ein hoher kurzzeitiger Erntearbeiterbedarf entstanden. Die Kooperativ-Produkte Milch und Fisch werden jetzt in den größeren Städten vermarktet, während sie früher von den Bauern überwiegend selbst genutzt wurden.
Bis zur endgültigen Realisierung des Narmada-Projektes sollen rund 350.000 Hektar Wald verlorengehen, darunter eines der größten zusammenhängenden Teakwald- Gebiete lndiens (rund 400 qkm). Neben den enormen Waldverlusten werden auch erhebliche Verluste an teilweise wertvollen Agrarflächen in der Flußniederung der Narmada zu verzeichnen sein. Abgesehen vom Fehlen der Ablagerung des fruchtbaren Flußschlamms im Hochflutbett der Narmada, das in der Wintersaison landwirtschaftlich genutzt werden kann, wird es auch zu einer schnelleren Schlammablagerung (Siltation) auf dem Grund der Stauseen kommen, was deren Lebensdauer gegenüber den Planzahlen erheblich verkürzen kann.

Aus: Indien-Rundbrief Januar 88 von Thomas Methfessel



obenIWF und Weltbank
Aufbau und Funktion

Noch ehe der Zweite Weltkrieg zu Ende war, gingen auf der "Währungs- und Finanzkonferenz" im Juli 45 in Bretton Woods (USA) 45 Staaten daran, die internationalen Wirtschaftsbeziehungen der Nachkriegszeit zu ordnen. Sowohl der IWF, als auch die Weltbank wurden auf der Grundlage der Abkommen dieser Konferenz 1945 gegründet.

Der Internationale Währungsfonds (IWF)
Der IWF wurde mit dem Ziel gegründet, dem Welthandel eine gesunde Finanzbasis zu geben. Der IWF soll:
a) die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Währungspolitik fördern:
b) ein ausgeglichenes Wachstum des Welthandels fördern;
c) die Stabilität der Währungen fördern;
d) ein multilaterales Zahlungssystem für laufende Transaktionen zwischen den Mitgliedern einrichten und
e) Mitglieder bei der Behebung von Zahlungsbilanzungleichgewichten unterstützen.
Der Gouverneursrat ist das oberste Entscheidungsgremium des Fonds, für den jedes Mitgliedsland einen Gouverneur und einen Stellvertreter benennt. Das Exekutivdirektorium entscheidet u.a. über Kreditanträge und überprüft die Wirksamkeit der mit den kreditnehmenden Ländern vereinbarten Auflagen. Die Mitglieder des IWF mit den höchsten Quoten und den größten Stimmrechten - USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan - stellen jeweils einen Exekutivdirektor.
Jedes Land stellt entsprechend seiner Wirtschaftskraft eine Art Mitgliedsbeitrag. Diese Gelder kann der IWF abrufen, um Mitgliedsländern Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Gerät ein Land kurzfristig in Zahlungsschwierigkeiten, kann es einen Kredit bis zum Fünffachen der eigenen Quote beim IWF auf nehmen. Diese Kredite werden als Sonderziehungsrechte bezeichnet. Für langfristige Zahlungsschwierigkeiten, denen vor allem die sogenannten Entwicklungsländer ausgesetzt sind, können die Länder vom IWF dagegen nur Kredite bekommen, die an strenge Bedingungen geknüpft sind.

Die Weltbank
Die Weltbankgruppe besteht aus drei wesentlichen Organisationen:
a) Der eigentlichen ,,Weltbank", der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD = lnternational Bank for Reconstruction and Development): Sie wurde gegründet, um:
den Wiederaufbau und die Entwicklung von Mitgliedsländern durch Erleichterung von Kapitalanlagen für produktive Zwecke zu fördern; private ausländische Investitionen sowie die Produktionsquellen zu fördern.
b) Der lnternationalen Finanz-Corporation (IFC): Die IFC wurde 1956 als erste Schwesterorganisation der Weltbank gegründet. Während die Weltbank Darlehen nur an Regierungen oder gegen Regierungsgarantien (Bürgschaften) vergeben darf, fördert die IFC private lnvestoren, die eine staatliche Garantie wegen der damit möglicherweise verbundenen staatlichen Einflußnahme ablehnen, oder wenn Regierungen nicht bereit oder in der Lage sind, Garantien abzugeben.
c) Der Internationalen Entwicklungs-Organisation (IDA - lnternational Development Organisation): Die IDA wurde 1960 als zweite Schwesterorganisation der Weltbank gegründet. Sie vergibt Darlehen zu günstigeren Bedingungen (keine oder nur geringe Zinsen, wesentlich längere Laufzeiten) an die ärmsten ,,Entwicklungsländer". Dadurch soll die Realisierung von wirtschaftlich wichtigen Projekten gewährleistet werden, die sonst aufgrund der schwachen Finanzkraft und einer zumeist sehr hohen Auslandsverschuldung dieser Länder nicht gegeben wäre.
Mitglied der Weltbank können nur Länder werden, die bereits Mitglied des IWF sind. Die Kapitalanteile der Mitgliedsländer der Weltbank basieren auf den Anteilen am IWF, welche unter Zugrundelegung der relativen wirtschaftlichen Stärke der Länder festgelegt werden. Die Stimmrechte hängen vom Kapitalanteil ab. Wie der IWF hat die Weltbank einen Gouverneursrat, ein Direktorium, außerdem einen Präsidenten und einen Personalstab.
Die Projekte werden in erster Linie nach wirtschaftlichen und technischen Kriterien geprüft Eine Öffentlichkeitsbeteiligung, etwa in Form von internationalen Naturschutzorganisationen, der örtlichen Bevölkerung ... findet nicht statt, daher ist es möglich, daß Großprojekte trotz gravierender sozialer und umweltzerstörender Folgen realisiert werden

Aus: Unterrichtsmaterialien Tropischer Regenwald/Verlag die Werkstatt



obenDie Richtlinie OD 4.20
Wie die Weltbank lndigenen-Politik macht

Während Jahrzehnten wurde die Weltbank von indigenen Völkern und NGO's für die Finanzierung von Projekten kritisiert, die das Leben indigener Völker zerstört haben. Die meisten Menschen, einschließlich der am stärksten Betroffenen, wären erstaunt zu erfahren, daß die Weltbank während fast 15 Jahren eine Politik zum Schutz indigener Völker verfolgt hat. Diese Politik geht zurück auf das Jahr 1982. Damals erließ die Weltbank das "Operational Manual Statement 2.34" über Stammesvölker, die von Projekten der Institution betroffen sind. Die Leitung der Weltbank hatte sie intern entwickeln lassen, um mit Vorschlägen wie zum Straßenbau im Amazonasgebiet besser umgehen zu können.
Im September 1991 legte die Weltbank ihr bis heute gültiges Vorgehen fest, und zwar in der "Operational Directive 4.20" über indigene Völker. Erklärtes Ziel dieser Politik ist
a) sicherzustellen, daß indigene Völker von Entwicklungsprojekten profitieren,
b) negative Folgen von Weltbank geförderten Aktivitäten für indigene Völker zu vermeiden oder zu mildern.
Mit dem ersten Ziel anerkennt die Weltbank das Recht indigener Völker, einen Nutzen aus dem Entwicklungsprozeß zu ziehen oder selbst daran teilzuhaben. Um ihre Anliegen in die Bank-Projekte einzubeziehen, nennt "OD 4.20" bestimmte Vorgehensweisen. Es sollen jeweils spezielle Entwicklungspläne erstellt werden (Indigenous Peoples Development Plans, IPDP): Wie nur für Indigenen reservierte Investitionen, die Aufwendung zusätzlicher Mittel für Gesundheitsprogramme, für Infrastruktur- und Bildungsmaßnahmen sowie zur Sicherung ihres Zugangs zu natürlichen Ressourcen.
Mit dem zweiten Ziel nimmt die Weltbank das Recht Indigener auf ihre natürlichen und ökonomischen Ressourcen wahr. Durch bestimmte Mechanismen sollen die Indigenen an allen sie betreffenden Entwürfen und Entscheidungen - auch bei den Hauptinvestitionen - beteiligt werden. "OD 4.20" sieht Möglichkeiten vor, wie sich Projekte stoppen oder hinausschieben lassen, wenn negative Auswirkungen unabwendbar sein sollten oder der Kreditnehmer "noch keine hinreichenden Milderungspläne" ausgearbeitet hat.

Das Diktat von Kosten und Nutzen
Die Frage, ob indigene Völker zu Projekten, die ihr Land, ihre Kultur und ihre Lebensweise beeinflussen, auch "nein" sagen können, ist entscheidend. Trotz der grundsätzlichen Beschränkheit der Weltbank-Politik ist die Richtlinie "OD 4.20" ein wertvolles Instrument für indigene Völker, die nicht Opfer von Umtrieben der Weltbank werden möchten. 1994 hat die Weltbank eine relativ unabhängige Beschwerdeinstanz eingerichtet, das sogenannte "Inspection Panel". In 3 von 5 Fällen, in denen Einspruch gegen ein Projekt eingelegt wurde, hat diese Abteilung entschieden, daß "OD 4.20" von den Entscheidungsträgern der Bank verletzt oder nicht richtig angewandt worden sei.
Viele Bankangestellte sind mit den Kriterien von "OD 4.20" nicht vertraut oder sie lehnen es einfach ab, die Anweisung zu befolgen. Das geschieht vor allem im Falle von Asien und Afrika. Die Anwendung der Richtlinie hängt letztlich von wenigen Sachbearbeitern in der Umweltabteilung oder in regionalen Büros ab. Die gegenwärtige Politik der Weltbank scheint am ehesten auf Projekte mit geographisch begrenzten Auswirkungen zugeschnitten, wie z. B. Staudämme und Straßen.
Oft werden die Kriterien der Weltbank erst dann bedacht, wenn starker Druck von Außen auf geneigte Bankinsider stößt. Gegenwärtig wird "0.D 4.20" von der Weltbank überarbeitet. Indigene Völker fordern, daß sie von der Bank förmlich befragt werden, bevor diese einen Entwurf festschreibt.

Aus: pogrom (187/96), Zeitschrift für bedrohte Völker, von Cindy Buhl vom "Bank Information Center - Indigenous Peoples Program" in Washington



obenLieber ertrinken als weggehen
Ein Brief gegen die Flutung des Sardar-Sarovar-Staubeckens

In einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten von Madhya Pradesh hat der Adivasi Bava Mahalia vor den Staudamm-Projekten gewarnt. Die Positon der Adivasi-Dörfer: Lieber in den Fluten untergehen, als umgesiedelt werden.
"Wir leben an den Ufern der großen Narmada. In diesem Jahr wird unser Dorf Jalsindhi als erstes Dorf in Madhya Pradesh infolge des Sardar Sarovar Staudamms überflutet. Seit langem wissen Sie, daß im Dorf Manibeh in Maharashtra und im Dorf Vadgam in Gujarat die Menschen dazu bereit sind, sich ertränken zu lassen. Auch wir sind von der Überflutung bedroht, und deshalb bereit, unser Leben zu geben.
Sie und alle in den Städten glauben, daß wir Bewohner der Berge arm und rückständig sind. Geht in die Ebenen von Gujarat. Für Euch Bürokraten und Stadtleute sieht unser Land bergig und unwirtlich aus, aber wir sind damit zufrieden, hier am Ufer der Narmada zu leben mit unseren Feldern und Wäldern. Wir leben seit Generationen hier. Wir sind nicht arm. Wir haben die Häuser selbst gebaut. Wir sind Bauern. Unsere Landwirtschaft entwickelt sich gut. Wir verdienen unseren Lebensunterhalt, indem wir den Boden bestellen. Selbst wenn wir nur das Regenwasser verwenden, so können wir doch von dem leben, was wir selbst erzeugen.

Wir verdingen uns nie als Tagelöhner
Wenn wir Vieh verkaufen, die Milch oder Milchprodukte, dann verdient jeder Haushalt drei- bis viertausend Rupees im Jahr. Wir Leute vom Flußufer verdingen uns niemals als Tagelöhner. Seit Generationen leben wir im Wald. Er ist unser Geldverleiher und unsere Bank. Wir selbst essen auch Blätter aus dem Wald. In Hungerzeiten können wir von Wurzeln und Knospen überleben.

Wir leben im Schoß des Waldes
Die Narmada beglückt alle, die in ihrer Senke leben. Sie enthält vielerlei Fische. Wir essen oft Fisch. Er ist unsere Essensreserve. Der Fluß bringt uns Schlamm, der sich an den Ufern absetzt, sodaß wir im Winter Mais anbauen können und auch viele Arten von Melonen. Unsere Kinder spielen am Ufer, schwimmen und baden Unser Vieh trinkt daraus das ganze Jahr, denn der große Fluß trocknet niemals aus. In der Flußsenke führen wir ein zufriedenes Leben.
Wir leben mit unserem Klan, mit unserer Verwandtschaft und Nachbarschaft zusammen. Wir alle tun unsere Arbeitskraft zusammen und bauen ein Haus an einem einzigen Tag, jäten unsere Felder und verrichten alle anderen Arbeiten gemeinsam.

Im Dorf sind wir alle gleich
Wir sind in diesem Dorf geboren. Unsere Nabelschnüre sind hier begraben. Das ist, als wären wir aus dieser Erde geboren. Alle unsere Dorfgottheiten sind hier, und auch die Gedenksteine für unsere Vorfahren. Wenn wir all dies zurücklassen, woher sollen wir dann neue Götter bekommen? Wir haben dieses Land nicht gekauft. Unsere Vorfahren haben es vielmehr gerodet und sich hier niedergelassen.
Wir haben gegen die Vertreibung gekämpft. Wir haben verstanden, daß Sie die Sache entscheiden werden, wie Sie es für richtig halten. Da Sie der neue Ministerpräsident sind, haben wir lhnen die ganze Angelegenheit vorgetragen. Aber auch wir haben eine Entscheidung getroffen. Zum ersten Mal ist in Madhya Pradesh Land überflutet worden, unser Dorf wird ertrinken. Wir alle werden in Jalsindhi ertrinken. Wir werden ertrinken, aber nicht gehen.

Aus: pogrom (181/95), Zeitschrift für bedrohte Völker



obenAdivasi gegen den Staudamm
Narmada -Widerstand erfolgreich

Mit Singen, Tanzen und Jubel begrüßten die Bewohner und Bewohnerinnen des Narmada-Tals die Bekanntgabe der indischen Regierung, auf weitere Kreditleistungen der Weltbank für den umstrittenen Sardar-Sarovar-Damm zu verzichten. Einen Tag vor Ablauf der Frist, welche die Weltbank-Direktoren im Oktober 1992 gesetzt hatten, um Nachbesserungen in den Projektbereichen Umsiedlung und Umweltschutz vorzunehmen, warf die indische Regierung das Handtuch.
Die Menschen im Narmada-Tal feiern den Rückzug der indischen Regierung als ihren Sieg. Zu Recht. Seit sieben Jahren kämpfen sie gegen den Bau des Staudamms, der zusammen mit dem geplanten Kanalsystem 240.000 Menschen aus ihrer Heimat vertreiben wird. Etwa die Hälfte von ihnen sind Adivasi (Ureinwohner). Die traurigen Konsequenzen der Vertreibung von Adivasi sind aus anderen Staudammprojekten hinreichend bekannt. Auf den Verlust der Lebensgrundlagen folgen kultureller Zerfall und Verelendung. Selbst wenn es den Verantwortlichen für das Narmada-Projekt gelänge, genügend Ackerland für die Umsiedler zu finden. hätte die Vertreibung katastrophale Folgen für die Lebensweise der Adivasi. Das wird deutlich, wenn man sich die bereits bestehenden Umsiedlungsorte ansicht. Dort warten viele Menschen schon seit Jahren darauf, daß man ihnen das versprochene Land zuteilt.
In der Siedlung Suka, die ausländischen Besuchern als gelungenes Beispiel für das Umsiedlungsprogramm vorgeführt wird, haben die beiden Handpumpen schon ihren Dienst quittiert, so daß als einzige Wasserquelle ein Brunnen zur Verfügung steht. Das ist bitter, wenn man Vieh zu versorgen hat, für das jeder Eimer Wasser mühsam mit einer Winde aus der Tiefe geholt werden muß. Die Menschen beklagen sich, daß sie schlechtes oder noch gar kein Land erhalten haben. Wovon sollen sie leben? Sie müssen als Tagelöhner auf den Feldern anderer Bauern arbeiten.
Das Umsiedlungsdorf Suka besteht aus einer Ansammlung von relativ dicht beieinander liegenden Häusern. Das umgebende Land ist nicht besonders fruchtbar und die meisten der bislang zugewiesenen Ackerflächen liegen weit außerhalb des Dorfes. Noch entscheidender jedoch ist, daß es weit und breit kaum Bäume gibt. So sind sie gezwungen, ihr als "Notgroschen" gehaltenes Vieh zu verkaufen; später werden sie sich verschulden müssen, um die Zeit vor der nächsten Ernte zu überleben. Die zwangsweise Umstellung ihrer bisherigen Lebensweise zwingt sie, als Lohnabhängige Geld zu verdienen.
Der Vergleich macht deutlich, daß die Umsiedlungen einen Zweck verfolgen: Die Adivasi sollen modernisiert "und aus der Steinzeit" in das Zeitalter der Moderne katapultiert werden. Dazu gehört, daß man ihre traditionelle Wohn- und Wirtschaftsform zerstört und sie zwingt, eine "moderne Lebensführung" zu übernehmen.
Während ihrer 49. Sitzungsperiode 1993 hat die UN-Menschenrechtskommission in Genf eine Resolution verabschiedet, die weitreichende Konsequenzen für große Entwicklungsprojekte wie den Narmada-Staudamm beinhaltet. Die Kommission bezeichnet darin die Zwangsvertreibung von Menschen als einen groben Verstoß gegen die Menschenrechte.
Schon mehrmals mußten die Bauarbeiten am Narmada-Projekt wegen Geldmangels eingestellt werden. Allein 1992 zahlte die staatliche Staudamm-Gesellschaft Narmada Nigam ihren Auftragsfirmen deshalb 18 Millionen US-Dollar Konventionalstrafe. Der Versuch der Narmada Nigam, 500 Millionen US-Dollar auf dem privaten indischen Kapitalmarkt - insbesondere von reichen Auslandsindern - aufzunehmen, ist bisher gescheitert: Gerade mal 17 Millionen US-Dollar wurden seit 1988 für das Projekt gezeichnet. Schon fast makaber mutet das Verfahren an, mit dem die Regierung Gujarats zu Anfang diesen Jahres Geld in die Kassen der Nigam umleitete. Die Opfer der religiös verbrämten Unruhen, die im Dezember 1992 weite Teile Indiens erfaßten, erhielten nur 40% der von der Zentralregierung auszahlten Hilfsgelder. Ob sie wollten oder nicht, in Gujarat mußten die Opfer 60% der Hilfe in Form von Narmada-Aktien mit einer Laufzeit von 20 Jahren akzeptieren.
Als potentielle Geldgeber für den Weiterbau des Staudamms sind jetzt Länder wie Korea, Malaysia und Taiwan im Gespräch. Aber auch die Weltbank könnte über einen Sektorkredit indirekt Sardar-Sarovar weiter finanzieren. Auch deshalb muß die internationale Unterstützung für die Menschen im Narmada-Tal weitergehen.

Aus: pogrom (171/93), Zeitschrift für bedrohte Völker von Bruni Weißen, Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt



obenNeue Hoffnung auf Selbstbestimmung
Für eine indigene Zivilgesellschaft

"Ein Licht am Ende des Tunnels" lobte Ram Dayal Munda, Präsident des Indigenen Dachverbandes Indian Confederation of Indigenous and Tribal Peoples (ICITP), ein neues Gesetz zur Selbstverwaltung in Indiens Stammesgebieten. Die lang ersehnte Autonomie ist in greifbare Nähe gerückt. Die Regierung ist bereit, den Dorfräten weitreichende Befugnisse zu übertragen. Viele von uns können kaum glauben, daß solch ein Gesetz das Parlament passieren konnte. Optimistisch bewertet die ICITP das neue Gesetz.
Mehr Dynamik wird die ICITP, dem sich mittlerweile 150 Organisationen angeschlossen haben, in Zukunft dringend benötigen. Das im Dezember 1996 vom Nationalparlament in Neu Dehli verabschiedete neue Selbstverwaltungsrecht (Panchayats Extension to the Scheduld Areas Act 1996) ermächtigt die traditionellen Dorfräte zur Kontrolle und Mitsprache in der lokalen Verwaltung sowie bei der Nutzung der Wälder und anderer Naturressourcen. In Zukunft können Adivasi-Gemeinschaften eigene Schulen und Hospitäler betreiben, die Löhne fehlbarer Polizisten oder Lehrer zurückhalten sowie bei Entwicklungsmaßnahmen ein gewichtiges Wort mitreden.
"Sie müssen lernen, mit Macht und Geld umzugehen," kommentiert Ram Dayal Munda, "gewiss keine Stärke der Adivasi. Wie können wir uns diese Qualifikationen aneignen? Kann ein allgemein respektierter traditioneller Führer Chef des Dorfrates werden, auch wenn er weder lesen noch schreiben kann? Wie können wir Frauen besser an Entscheidungsprozessen beteiligen? Der Aufbau einer funktionierenden Selbstverwaltung muß mit einer Modernisierung unserer ganzen Gesellschaft einhergehen".
Eine wichtige Rolle könnte der ICITP bei der Umsetzung der neuen Bestimmungen des Nationalparlamentes spielen. Zunächst gilt es, Druck auf die Regierungen der Unionsstaaten auszuüben, die die Vorgaben in Verordnungen ummünzen werden. Es wird also noch Jahre dauern, bis das geflügelte Wort lhamara gaon men hamara raj (in unserem Dorf bestimmen wir selbst) Wirklichkeit werden kann.

Aus: pogrom (195/196-1997), Zeitschrift für bedrohte Völker von Rainer Hörig


obenMenschenrechte - Handeln tut not
Gesellschaft für bedrohte Völker
Informieren, sich engagieren, das GfbV-Büro hilft Ihnen gern dabei. Wir sind Teil eines Netzwerkes mit Sektionen und Büros in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich und Luxemburg. Aus der 1968 gegründeten "Biafra-Hilfe" entstand die GfbV als Menschenrechtsorganisation für verfolgte und unterdrückte ethnische und religiöse Minderheiten, Nationalitäten und Ureinwohnergemeinschaften. Wir informieren über deren Lage, ungeschminkt und auch parteiisch. Wir versuchen mit Öffentlichkeitsarbeit Druck auf Regierungen auszuüben.
Seit 1993 hat die GfbV einen beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialbeirat der Ver-einten Nationen und ist von der UNO als Nicht-Regierungsorganisation (NGO) anerkannt. Die 1992 in Südtirol gegründete Sektion setzt auf Bildungsarbeit und kulturellen Austausch, Menschenrechtsarbeit auf politischer Ebene und unterstützt Solidaritätsprojekte.
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Bibliothek Kulturen der Welt
In unserem Büro gibt es noch mehr, die Bibliothek Kulturen der Welt. Zum Thema Dritte Welt, Völker und Menschen des Südens, Menschen auf der Flucht stehen mehr als 1.000 Dokumentar- und Spielfilme zur Auswahl, weitere 4.000 deutsche und italienische Bücher, Fachzeitschriften und Broschüren. Ein Archiv über bedrohte Völker und ethnische Minderheiten ergänzt das Angebot. Die Bibliothek arbeitet eng mit der GfbV, mit Amnesty International und vielen Eine-Welt-Gruppen zusammen: Zur Bibliothek gehört auch die Nicaragua-Solidaritätsgruppe "Quincho Barrilete".
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Amnesty International (A.I.) ist als Gefangenenhilfsorganisation 1961 gegründet worden. Die weltweit größte Menschenrechtsorganisation engagierte sich für die Befreiung der wegen Meinungsäußerung Inhaftierten. AI ist in 150 Ländern aktiv. In Südtirol gibt es in Bozen, Eppan, Meran, Schlanders und im Gadertal AI-Gruppen.
Die Kontaktadresse in Bozen: Bibliothek Kulturen der Welt, Lauben 49, 39100 Bozen (Tel. + Fax.
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Ecolnet ist ein internationaler Verein von Gewerkschaftern, Umweltschützern und Wissenschaftlern. Das Anliegen des Vereins ist eine neue "Ethik der Solidarität" zwischen Nord und Süd. Ecolnet entwickelt Modelle für eine sozial- und umweltgerechte Wirtschaft.
Sitz des Ecolnet: Südtirolstraße 19, 39100 Bozen, (Tel. 0471/973005, Fax 0471/973172) - E-Mail: ecolnet@ines.org - http://www.ines.org/ecolnet

FIAN - Food First Information & Action Network - Engagiert sich seit 1986 als UN-anerkannte
NGO für das Recht auf Nahrung und unterstützt Kleinbauern, indigene Völker, Fischer und Lohnabhängige. FIAN hat in 15 europäischen, asiatischen und afrikanischen Staaten nationale Sektionen. FIAN hat seine Zentrale im bundesdeutschen Herne.
Kontaktadresse in Südtirol: FIAN-Koordinationsstelle, Georg Siller, Stenizerweg 2, 39022 Algund, (Tel. 0473/221738) - E-Mail: fian@herne.netsurf.de - http://www.fian.org

OEW - Die Organisation für Eine solidarische Welt ist die größte entwicklungspolitische Organisation Südtirols. Die OEW ist das Informationszentrum für 40 Eine-Welt-Gruppen und sechs Weltläden. Neben der Informations- und Bildungsarbeit, mit vielen öffentlichen Aktionen und Schulinitiativen, fördert die OEW Selbsthilfeprojekte (in Zusammenarbeit mit Genossenschaften, Dorfgemeinschaften und Missionaren) im Süden der Erde.
Sitz der OEW: Kleine Lauben 7, 39042 Brixen - E-mail: info@oew.org - http://www.oew.org

Die Europäische Akademie Bozen der Landesregierung betreibt seit 1993 angewandte Forschung und Weiterbildung auch im Bereich "Ethnische Minderheiten und regionale Autonomien". Im Auftrag der Landesregierung hat die Akademie das "Paket für Europa" ausgearbeitet. Die Anschrift der Abteilung "Ethnische Minderheiten und regionale Autonomien" der Akademie: Weggensteinstr. 12/a, 39100 Bozen (Tel. 0471/306090, Fax 0471/306099) - E-Mail: info2@eurac.edu - http://www.eurac.edu/fb2

Die Landesregierung hat in ihrem Amt für Kabinettsangelegenheiten das Referat Entwicklungszusammenarbeit eingerichtet. Dieses Referat verwaltet die Finanzen für Hilfsprojekte. Mehr als 50 Organisationen haben mit der Landesregierung eine Vereinbarung im Bereich Entwicklungszusammenarbeit getroffen. Im Referat sind auch weitere Informationen über die entwicklungspolitischen Organisationen erhältlich:
Autonome Provinz Bozen/Südtirol - Amt für Kabinettsangelegenheiten
Referat Entwicklungszusammenarbeit: Crispistr. 3, 39100 Bozen, (Tel. 0471/992131, Fax:0471/992245) - E-Mail: kabinett@provinz.bz.it


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