Bozen, 29. November 2004
Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol
zusammen mit 4Art,
einige Kunstler denen die Menschenrechte zu Herzen liegen und dem
Verein für internationale Zusammenarbeit und
Entwicklungshilfe MondoSud-SüdWelt ONLUS unterstützten
einen Kindergarten in Grozny. 4@rt ist eine Organisation, die
sich in den Dienst der Kunst, der Kultur stellt. Aus diesem Grund
ist die Idee entstanden gemeinsam mit der Gesellschaft für
bedrohte Völker eine Ausstellungsspirale zu beginnen, d. h.
mit Beginn im Dezember 2004 bis Dezember 2005 spiralenförmig
Ausstellungen zu organisieren. "Für die Kunst" bedeutet
auch, sich für die Fantasie des Menschen einzusetzen, denn
dort ist der Ursprung jedes Kunstwerkes, dort wohnt der
Schöpfergeist des Künstlers. Jede Künstlerin und
jeder Künstler wird ein Werk der Gesellschaft für
bedrohte Völker schenken, als Hommage an das Besondere jedes
Menschen, jedes Volkes und jeder Kultur.
Ziel ist es, im Dezember 2005 eine Gemeinschaftsausstellung mit
den gesammelten Kunstwerken zu veranstalten. In diesem Sinn sehe
ich als Kuratorin den Wert dieses Projektes im Prozess. Nicht ein
vorgeschriebenes Thema verbindet die Künstler/innen
miteinander, sondern die Idee das Projekt SIEDA zu
unterstützen, darin liegt das Gemeinsame.
Das Projekt
Der Kindergarten "Sieda" (Stern) wurde 2003 von der tschechischen
Stiftung "Menschen in Not" gegründet und wurde von der
tschechischen CARITAS als Gemeinschaftsprojekt mit UNICEF
finanziert. Die CARITAS sorgte für die Einrichtung
(Möbel etc.), Essen, Medizin, Ausbildungs-Werkzeug für
die Kinder und professionelles Training für die
Ausbildungskräfte. Die Gehälter wurden zum Teil von der
CARITAS und zum Teil vom tschetschenischen Bildungsministerium
bezahlt.
Während der Folgemonate entwickelte sich der Kindergarten zu
einem der besten Vorschulzentren der ganzen Region, unter der
Leitung eines sehr tüchtigen Verwalters und Methodisten.
"Sieda" wurde ein "Modell-Kindergarten" und wurde von den Lehrern
der staatlichen Kindergärten aufgesucht, um die
Methodologien und Standards der Vorschulausbildung zu erlernen.
Das Personal erarbeitete verschiedene spezialisierte
Ausbildungsprogramme (z.B. über die tschetschenische Kultur
und Sprache) und Veröffentlichungen. Im Sommer 2004 wurde
der Kindergarten der Verwaltung des Bildungsministeriums
übergeben, was Teil der Ausgangs-Strategie der CARITAS
ist.
Das Problem, das nun entstand und bis heute nicht gelöst
werden konnte, ist die weitere Finanzierung des Kindergartens
(normalerweise begann die CARITAS solche Projekte und
übergab sie nach einer gewissen Zeit dem Staat) 2005, wenn
sich die Unterstützung des Ministeriums auf die Bezahlung
der Lehrer-Gehälter beschränken wird. In den
staatlichen Kindergärten wird ein monatliches Gehalt von 500
RR* (Rubel) = 17,30 Euro bezahlt. Das schliesst den grössten
Teil der Vollwaisen, Halbwaisen und der Kinder aus armen und
kinderreichen Familien aus, die bisher von der CARITAS angenommen
wurden.
Hauptziel des Projekts:
Unterstützung des Kindergartens in seiner aktuellen Form im
Jahr 2005.
Ziele und Realisierung
Der Kindergarten "Sieda" in Grozny beherbergt 164 Kinder, davon
94 Jungen und 70 Mädchen. Er ist ein Modellkindergarten. Er
beherbergt Waisenkinder, Halbwaisen, Kinder aus armen und
kinderreichen Familien und bietet ihnen Schlafmöglichkeit,
Essen, Medizinische und hygienische Versorgung, Transport und
Spiele. Das Personal hat sich auf Ausbildung im Vorschulalter
spezialisiert. MondoSud-SüdWelt möchte diesem
Kindergarten ermöglichen, seine aktuelle Form und Funktion
im Jahr 2005 beizuhalten und sucht nach Stiftungen, die das
Projekt langfristig übernehmen wollen.
Es ist ein Notprojekt: Allein mit dem Beitrag des
tschetschenischen Bildungsministeriums kann nur ein Bruchteil der
monatlichen Ausgaben getilgt werden. Die Existenz der meisten der
Besucher des Kindergartens ist ernsthaft bedroht. Die CARITAS
wird das Projekt weiterhin logistisch unterstützen.
SüdWelt hat in der CARITAS Tschechien einen
verlässlichen und motivierten Partner im Kaukasus
gefunden.
| Kostenaufstellung 2005 | Monatlicher Bedarf (Euro) | Jahressumme (Euro) |
| Essen | 2.920 | 35.040 |
| Medizin | 100 | 1.200 |
| Hygiene | 131 | 1.572 |
| Instandhaltung | 293 | 3.516 |
| Transport | 134 | 1.608 |
| Einrichtung | 137 | 1.644 |
| Gesamtsumme | 3.715 | 44.580 |
>> Milena Copeta. Milena Copeta
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