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Eigenes Gremium für indigene Völker bei den UN gegründet
"Permanentes Forum ist erster Schritt für Gleichberechtigung der Ureinwohner"
Gesellschaft für bedrohte Völker Logo
Bozen, Göttingen, 13.5.2002


Als ersten Schritt zur Anerkennung indigener Völker (Ureinwohner) als gleichberechtigte Partner hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die heute in New York City beginnende Gründungsversammlung des "Permanenten Forums zu den Belangen Indigener Völker" bei den Vereinten Nationen (UN) bezeichnet. "Doch weitere Reformen müssen folgen", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag in Göttingen, "dieses neue Gremium, das die Ureinwohner erstmals formal in die UN-Hierarchie integriert, kann nur mit eigenem Sekretariat und Etat unabhängig agieren." Derzeit ist das Sekretariat des Permanenten Forums dem des UN-Hochkommissars für Menschenrechte UNHCHR angegliedert. Die Arbeit soll aus dem laufenden Etat der UN mitfinanziert werden. Zur Gründungsversammlung reisen Hunderte von Ureinwohnern aus aller Welt in die USA.

"Das Forum sollte ein Sekretariat in Genf erhalten und seine Jahrestagungen in Genf abhalten", forderte die GfbV, "das wünschen sich viele Vertreter indigener Völker." Nur so hätten sie die Möglichkeit, die seit den 80-er Jahren im Rahmen der UN-Working Group Indigenous Peoples WCIP entstandene Infrastruktur an politischen Kontakten zu dort ansässigen UN-Institutionen, zu Regierungen und Nichtregierungsorganisationen in Europa weiter zu nutzen.

Die WCIP soll durch das Permanente Forum abgelöst werden. Es ist als beratendes Gremium dem Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen ECOSOC angegliedert. Das Forum als Expertengremium soll die Belange von Ureinwohnern in den Bereichen wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Kultur, Umwelt, Bildung, Gesundheit und Menschenrechte debattieren und Empfehlungen erarbeiten. Ob diese wiederum in Maßnahmen umgesetzt werden, entscheidet entweder der ECOSOC oder er gibt sie an andere UN-Gremien weiter. Die 16 Mitglieder des Forums setzen sich je zur Hälfte aus Vertretern der Nationalstaaten und der indigenen Organisationen zusammen und sind für zunächst drei Jahre im Amt. Entscheidungen werden nach dem Konsensprinzip gefällt.

Kritiker meinen, dass den Vertretern der Nationalstaaten zuviel Einfluss im Permanenten Forum eingeräumt wird. Denn diese können ihre Vertreter zur Wahl durch den ECOSOC nominieren, während die Abgeordneten der Ureinwohner vom Präsidenten des ECOSOC ernannt werden. Fünf Jahre lang wird das Permanente Forum nun auf den Prüfstand gestellt. Dann will der ECOSOC endgültig Form, Inhalt und Kompetenzen dieses ersten Forums zu indigenen Belangen, an dem die Ureinwohner zumindest mitbeteiligt sind, festlegen.


Siehe auch:
Linkwww.gfbv.it/2c-stampa/02-1/020423de.htmlLinkwww.gfbv.it/2c-stampa/01-2/010703de.html
Linkwww.gfbv.it/2c-stampa/1-01/26-4-dt.htmlLinkwww.gfbv.it/2c-stampa/1-01/3-4-dt.html
Linkwww.gfbv.it/3dossier/diritto/ilo169-conv-dt.html
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