Albanische Dörfer in Serbien sind "ethnisch gesäubert"
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Bozen,  21. Mai 1999


"Als platte Propaganda" hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag die immer wieder verbreiteten Behauptungen serbischer Politiker bezeichnet, nach denen flüchtende Kossovo-Albaner in Serbien nichts zu befürchten hätten.

"Das fast ausschließlich von Albanern besiedelte Gebiet im Dreiländereck Kossovo-Serbien-Mazedonien im Süden Serbiens ist beinahe "ethnisch gesäubert", erklärte der GfbV-Bundesvorsitzende Tilman Zülch in Göttingen. "Wer die Behauptungen serbischer Persönlichkeiten weiterverbreitet, sollte sich selbst überzeugen, daß in den Ortschaften der drei Gemeinden Presheve, Bujanovce und Medvegje kaum noch Albaner zu finden sind."

Die meisten der nach Schätzungen bis zu 100.000 Albaner seien schon vor den Nato-Angriffen vor aufmarschierenden serbischen Militär- und Polizeieinheiten nach Mazedonien oder in den Kossovo geflüchtet. Die albanische Bevölkerung in den fünf Dörfern Oslare, Nesalc, Letovice, Verban und Llucane im Süden der Stadt Bujanovce in der gleichnamigen Gemeinde sei von serbischen Truppen eingeschlossen. Besonders brutal seien die Truppen in der Gemeinde Bujanovce vorgegangen. Augenzeugenberichten zufolge seien dort bereits am 12. März 1999 serbische Einheiten eingerückt.

Mit Waffengewalt hätten sie die Bewohner aus ihren Häusern getrieben. In dem Dorf Terrnafci seien Sicherheitskräfte in die Häuser eingedrungen, hätten wahllos Zivilisten erschossen und Hab und Gut der albanischen Bevölkerung geplündert.


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