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Sachsen / Sorben

Schulschließungen sind ein kaltschnäuziger Angriff auf Sprachminderheiten

Bozen, 30. Mai 2005

Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol (GfbV) unterstützt die Forderung der Domowina - Bund Lausitzer Sorben nach Erhalt der sorbischen und zweisprachigen Schulen. Mit der geplanten Schließung werden öffentliche Sprachräume als Säulen für den Erhalt und die Revitalisierung der sorbischen Sprache gekappt. Die Bundesrepublik ratifizierte die Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten. Daraus ergibt sich die Pflicht, die sorbische Schulen zu erhalten und ausbauen und nicht zu schließen. In diesem Zusammenhang ist auch die Klage der Eltern für den Erhalt des sorbischen Mittelschulstandortes Crostwitz zu sehen.

Aus diesem Grund sind keine weiteren Eingriffe in das sorbische Schulnetz im Kreis Kamenz akzeptabel. Das Bundesland Sachsen muß die Geldmittel bereit stellen zum Erhalt der sorbischen Mittelschule Radibor, der Mittelschule Schleife und der Mittelschule Wittichenau. Das sorbische Schulwesen darf nicht an den Rand gedrängt werden. Das Bundesland muß die staatlicher Trägerschaft für die sorbischen Schulen bestätigten. Den Angehörigen der sorbischen Sprachgruppen muß im Schulbereich außerdem Mitsprache- und Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden.

Die Schließung von Schulen von Sprachminderheiten, aus welchen Gründen auch immer, sind ein Versuch der "Germanisierung", der Assimilierung sorbischsprachiger Bundesbürger. Offensichtlich wird dieses Ziel in Sachsen angepeilt. Nicht anders läßt sich das Verbot des Gebrauchs der sorbischen Sprache im Maria-Martha-Haus des Klosters St. Marienstern (Panschwitz-Kuckau) erklären. Dadurch werden die sorbischsprachigen Angestellten diskriminiert. Dies ist eine Verletzung von mehreren UN- und Europaratskonventionen sowie der EU-Grundrechte und des deutschen Grundgesetzes. Die CDU versteht sich immer wieder als Fürsprecherin von Minderheiten. Die geplante Schließung sorbischer Schulen in Sachsen und das Kesseltreiben gegen den SSW der dänischen Sprachgruppen in Schleswig-Holstein zeigen aber deutlich, was von den Minderheitensolidarität der CDU zu halten ist.


Siehe auch:
* www.gfbv.it: www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050225de.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050228ade.html | www.gfbv.it/2c-stampa/1-00/20-3-dt.html | www.gfbv.it/2c-stampa/1-01/19-2-dt.html | www.gfbv.it/2c-stampa/2-00/19-9-dt.html | www.gfbv.it/2c-stampa/1-00/20a-3-dt.html | www.gfbv.it/3dossier/eu-min/schleswig.html | www.gfbv.it/3dossier/rai3-99/min-ausgrenz.html | www.gfbv.it/3dossier/vielfalt-dt.html

* www: www.sorben.com/Sorbs/ | www.domowina.sorben.com/index.htm

Letzte Aktual.: 30.5.2005 | Copyright | Suchmaschine | URL: www.gfbv.it/2c-stampa/2005/050530de.html | XHTML 1.0 / CSS / WAI AAA | WEBdesign, Info: M. di Vieste

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